Flüchtlingskrise

Predigt am 8. November 2015

Lukas 17 „Vom Kommen des Gottesreiches“

„Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man's beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es!, oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.“

Liebe Gemeinde!

Bei einem Geburtstagsbesuch vor einigen Tagen wurden Sorgen laut. Angesichts der Flüchtlingskrise. Wir sollen wir das alles verkraften? Werden diese Menschen uns zur Bedrohung werden? Es sind meist keine Christen, sondern Muslime. Werden sie jetzt Moscheen bauen und immer stärker werden.

In unseren Köpfen leben Krisenscenarien. Niemand weiß, wie es mit dieser Flüchtlingskrise weiter geht. Die Politik ist überzeugt, wir schaffen das. Die Sorgen stehen trotzdem im Raum.

Allerdings ist genau das eine der Grundstimmungen im Neuen Testament, bei den Propheten der damaligen Jesusbewegung. In allen Evangelien gibt es diese Krisenmotive. Es sind Weltuntergangsscenarien, Wünsche nach einem Paradies. Diese böse Welt muss doch einmal zu Ende sein, hofft man. Dann kommt Gott und richtet mit seinem Messias das ewige Reich auf. Und zwar auf Erden. Das war die Vorstellung.

Diesen Stimmungen begegnet Jesus mit seinem markanten Satz. Auf die Frage des Pharisäers: Wann kommt das Reich Gottes? Antwortet er: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man es beobachten kann. Man kann gar nicht sagen: hier ist oder da. Sondern siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch. Jesus ist das Reich Gottes. Er, der Herr, inmitten seiner Jüngerschaft. Sein Wort bringt die frohe Botschaft Gottes. Sein Wort ist Trost. Und zwar schon jetzt in dieser Stunde. Sein Wort ist Hoffnung, und zwar eine, die schon jetzt beginnt. Sein Geist gibt Kraft, mit der man jetzt schon leben und handeln. Seine Liebe bringt den zündenden Funken, der jetzt schon Licht in unseren Dunkelheiten bringt.

Krisenzeiten sind aus der Menschheitsgeschichte nicht wegzudenken. Krisen gehen häufig mit Umbrüchen und Veränderungen einher.

In jedem Fall, unser Land wird sich ändern, wird bunter, vielfältiger. Vielleicht wird auch der Glaube wieder gefragt. Das Christentum erlebt ein Comeback. Wenn der Islam stärker wird, müssen sich vielleicht auch die Christen neu positionieren und behaupten. Alte Werte werden neu belebt. Das Gebet, der Gottesdienstbesuch. Wenn andere es uns anders vormachen. Wo eine Moschee entsteht, ist vielleicht auch das Gotteshaus wieder ein gern besuchter Ort. Mit Heimatgefühl für unsere Kultur.

Wichtig allerdings, dass wir unserer menschlichen Verantwortung bewusst sind. Dass wir unseren Beitrag leisten, unser Mögliches tun. Vor Ort im Kleinen, in unserer Umgebung und Nachbarschaft, in der Kirche, im Verein, in Gruppen und Kreisen. Allein, zu zweit, mit mehreren zusammen.

Und es könnte ja sein, dass mit den neuen Flüchtlingen, die schon bald zu uns nach Verlaat kommen sollen, eine neue Aufgabe auf uns zu kommt.

Und dann könnte es heißen: Das Reich Gottes ist nicht hier oder dort. Sondern es ist mitten unter euch. Gott schenke uns die Kraft, die Geduld, die Phantasie und den Gemeinschaftssinn dafür.

10 Gebote, die das Scheitern einer Ehe garantieren

Verschwendet eure Zeit nicht mit Gesprächen, seht lieber fern!

Gebt eure Persönlichkeit auf, verschmilzt miteinander!

Erzieht euch gegenseitig – und das täglich!

Macht alles gemeinsam, damit ihr immer wisst, was der andere tut!

Wenn ihr einander nicht versteht, geht davon aus, dass es schlecht gemeint war.

Geht jedem Streit aus dem Weg! Verzeiht einander nie!

Beratet euch erst mit den eigenen Eltern, bevor ihr dem Partner etwas sagt.

Beobachtet jede Veränderung des Partners misstrauisch!

Nehmt in einer Krise niemandes Hilfe in Anspruch, das wäre ja peinlich!

Heiratet bloß nicht aus Liebe!

(Achtung Paare: bitte nicht nachmachen!!! ZwinkerndM.G.)

(Quelle Gottesdienst Praxis I,4, 2009 S. 95. Georg Schwikart, Zum Hochzeitstag, © by Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München. 3. überarbeitete Ausgabe 2005)