Verlaatjer Andacht kommt an

Aus der Not geboren, weil Predigten in der Kirche nicht mehr möglich waren, wird sie seit Ende März jeden Freitag herausgegeben: die „Andacht zum Mitnehmen.“ Jeder, der zur Kirche möchte, sollte sich nicht umsonst auf den Weg gemacht haben, das war die Idee. Er sollte etwas Handfestes zum Mitnehmen bekommen. Und wirklich: das kleine Heftchen kommt in der Gemeinde Ditzumerverlaat und Landschaftspolder gut an. Mehr noch. Aus dem Angebot, das eigentlich für die sonntägliche Kerngemeinde bestimmt war, ist inzwischen ein viel gelesenes Heft für die ganze Gemeinde geworden. Hatte die erste Ausgabe über das Thema des abgesagten Posaunen-Jubiläums noch rund 120 Exemplare, so steigerte sich die Auflage von Woche zu Woche. Derzeit werden rund 220 Andachten jedes Wochenende abgeholt und verteilt. Einige holen nur für sich und eine befreundete Familie, andere verteilen einen ganzen Stapel in der Nachbarschaft. Sogar ein zweiter Prospekt-Kasten musste angeschafft und an der Gemeindehaus-Tür befestigt werden. Auch Lebensmittelhändler Klaus Schilling legt einen Andachtszettel in seine bestellten Lebensmittel-Pakete, die er an die verschiedenen Seniorinnen und Senioren ausliefert. Möglich wurde die Aktion durch eine großzügige Spende. „Wir müssen etwas tun,“ sagte die Sponsorin und brachte das neue Angebot in Gang. Die Themen der Auslagen schwanken zwar. Aber sie haben dennoch meist mit der aktuellen Corona-Krise zu tun. Sie versuchen, sie zu verarbeiten. Dazu wird der Wochenspruch auf der Vorderseite abgedruckt und zu Rate gezogen. Die Frage lautet: welche Impulse gehen von der Bibel in unser Alltagsleben aus. Die Auferstehungsbotschaft zu Ostern machte zum Beispiel Mut, auf ein Ende der Krise zu hoffen. Die Geschichte von den Emmausjüngern forderte auf, sich den neuen Tatsachen zu stellen. Das Beispiel vom biblischen Hirten sollte zum Vertrauen auf die derzeitigen Führungspersönlichkeiten in der Krise ermuntern. Auf der Rückseite der Zettels gibt Pastor Michael Groothues wichtige Informationen zu den aktuellen Gottesdiensten in den Medien und im Internet. Auf diese mehrfache Weise können seine Gemeindeglieder auch weiterhin Woche für Woche Gottes Wort hören und - wer möchte - sogar mit dem eigenen Gesangbuch in der Hand die vorgeschlagenen Lieder im Hörfunk, am Fernseher oder am Computer mitsingen.

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