Mit Regenschirm in die Kirche

Fenster im Gotteshaus in Ditzumerverlaat sind sanierungsbedürftig

Foto: Boelmann

Bei einem Runden Tisch wurde gestern Nachmittag über Lösungsansätze für die Kirche aus dem Jahr 1896 gesprochen. Welche Fördertöpfe kommen grundsätzlich in Frage? Es ist schon vorgekommen, dass Kirchenmitglieder im Gottesdienst mit Regenschirm sitzen mussten. Der Grund: Die originalen Eisengussfenster sind undicht und müssen dringend saniert werden. »Es tropft durch die Fenster«, bestätigte Pastor Michael Groothues. Handlungsbedarf besteht aber auch bei einer kleinen Brücke, die zur Kirche führt und dem Vorplatz der ev.-ref. Kirche in Ditzumerverlaat.

Alleine kann die kleine Kirchengemeinde mit nur 500 Mitgliedern die Kosten für die Vorhaben aber nicht stemmen. Das wurde gestern bei einem Runden Tisch in der Kirche deutlich, zu dem die CDU-Bundestags­abgeordnete Gitta Connemann eingeladen hatte. »Sie sind hier eine kleine, aber feine Kirchengemeinde«, sagte die Christdemokratin.

Die Teilnehmer von Fachämtern und Kirchenvorstand sprachen über verschiedene Fördermöglichkeiten. Denn in der Vergangenheit war die Kirchengemeinde beim Fördertopf »Dorferneuerung« mehrfach leer ausgegangen. Nur eine Brückenerneuerung reichte nicht für eine Förderung aus, lautete die Begründung.

»Wir müssen wissen, wo die Reise hingeht«, sagte Niels Juister vom Landesamt für Denkmalpflege. So würden für das Sonderprogramm »Denkmalschutz des Bundes« hohe Anforderungen gelten. Eine Rolle spielt auch die Frage, von welcher nationalen Bedeutung die Kirche in Ditzumerverlaat ist. Juister gab den Hinweis, dass sonst auch andere Förderprogramme in Frage kommen könnten - zum Beispiel bei der Förderung »Kulturerbe«. Die Höchstfördersumme liegt in diesem Fall bei 120.000 Euro.

Doch soweit ist die Kirchengemeinde noch lange nicht. Vor einer Antragstellung für eine Förderung, soll in einem ersten Schritt Kontakt zu einer Fachfirma in Oldenburg aufgenommen werden, die schon beim Organeum in Weener im Einsatz war. »Ohne Kostenvoranschlag geht nix«, sagte Gitta Connemann zum weiteren Vorgehen. Die Experten aus Oldenburg sollen nicht nur den Erhalt der Fenster, sondern auch eine mögliche »thermische Ertüchtigung« genau prüfen.

Wie es mit der maroden Brücke weitergeht, steht noch nicht fest. Fest steht allerdings laut Kirchenmeister und Bauunternehmer Johann Frei, dass eine Sanierung nicht mehr in Frage kommt.

Quelle:  Rheiderland-Zeitung vom 8.10.2019

Zurück